Zucht/Vermehrung

In diesem Artikel befassen wir uns mit einem Thema, das wohl die meisten Leser am meisten interessiert. Wie vermehre ich erfolgreich meine Sinaloa Königsnatter?

Nun gut die Grundvoraussetzung ist erst einmal ein geschlechtsreifes Zuchtpaar zu haben. Königsnattern erreichen nach ca. drei bis vier Jahren die Geschlechtsreife. Man sollte zur Vermehrung nur gesunde wohlgenährte Tiere verwenden. Nimmt man Tiere die nicht vollkommen vital sind, erhöht das die Wahrscheinlichkeit Wachseier (unbefruchtete Eier) zu bekommen.

Sinaloa Paar

Um Königsnattern erfolgreich zu vermehren benötigt es eine Winterruhe von mindestens 2 bis 3 Monaten. Hierbei wird die Temperatur schrittweise auf ca. 8 bis 10°C abgesenkt. Diese Temperaturabsenkung sollte über einen Zeitraum von zwei Wochen langsam erfolgen. Die Winterruhe wirkt sich positiv auf die Entwicklung der männlichen Keimzellen und der weiblichen Eizellen aus. Während der zweiwöchigen Temperaturabsenkung wird nicht mehr gefüttert. Der Verdauungstrakt der Tiere sollte vor und während der Winterruhe leer sein.

Zur Überwinterung nimmt man am besten eine Box mit den Maßen 50*25*25 cm und füllt diese lediglich mit Buchenspänen, einer gefüllten Wasserschale und einem Unterschlupf.
Bitte überwintern Sie nur gesunde Tiere.

Nach der etwa drei monatigen Winterruhe erhöht man die Temperatur und den Tages-Rhythmus  wieder über einen Zeitraum von zwei Wochen langsam auf 12 Stunden Beleuchtungsdauer.

Nach der ersten Häutung und mehrmaligem Füttern kann man die Schlangen jetzt zusammen setzen. Oftmals verpaaren sich die Schlangen innerhalb weniger Stunden miteinander. Zur Sicherheit lässt man die Schlangen in etwa drei Wochen zusammen. Hierbei bitte das getrennte Füttern bedenken, bei welchem danach der Kopf mit Wasser besprüht wird.

Für die Eiablage sollte dem Weibchen ein Platz zu Verfügung stehen der ihm Schutz bietet.
Bevorzugt sollte dieser dunkel und warm sein, einen Körperkontakt zu den Seiten gewährleisten und eine gewisse Luftfeuchtigkeit besitzen.
Eiablageboxen erfüllen diese Anforderungen sehr gut. Diese werden wie folgt gefüllt:
Die unterste Schicht besteht aus feinem Kies, dieser verhindert das Weibchen die Eier direkt auf den Boden ablegen. Auf dem Kies befindet sich Torf der mit Moos gemischt ist.
Diese Zone sollte leicht feucht sein und ist etwa 10 cm hoch. Als Deckschicht findet reines Moos oder Sphagnum Verwendung. Diese Eiablagebox sollte dem Weibchen etwa drei Wochen nach der Paarung angeboten werden. Das Ablegen der Eier dauert bis zu 20 Stunden und ist abhängig von der Anzahl der Eier.

Het. Striped Weibchen bei der Eiablage

Het. Striped Weibchen bei der Eiablage


Die Inkubation:

Für die Inkubation benötigt man einen Inkubator. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Qualitativ hochwertigen Inkubatoren im Handel.

Da die Eier nicht unbedingt in den Eiablageboxen abgelegt werden muss man die Eier umlagern. Dabei ist zu beachten, dass die Eier nach Möglichkeit nicht gedreht oder gewendet werden, da dies die Keimscheibe im Ei lösen könnte und dies zum Absterben des Eis führen würde. Wir verwenden als Inkubationsgefäße Heimchenboxen unterschiedlicher Größe, die zu 2/3 mit Vermiculite gefüllt sind. Das Vermiculite sollte vor Gebrauch gereinigt uns Sterilisiert werden. Am besten man überschüttet es kurz mit kochendem Wasser

Dem Vermiculite muss nun Feuchtigkeit zugegeben werden. Das beste Mischungs-/Gewichtsverhältnis lautet 1 Teil Vermiculite gemischt mit 1,2 bis 1,5 Teilen Wasser.
Die optimale Feuchtigkeit ist erreicht, wenn man das Vermiculite nach dem Mischen ausdrückt und kaum noch Wasser dabei austritt.

Lose abgelegte Eier kann man getrost so überführen, sind Eier zusammengeklebt so dürfen diese nur zusammen in die Inkubationsbox verbracht werden, da ein trennen von Eiern diese mit Sicherheit beschädigen würde.

Die im Inkubator eingestellte Temperatur sollte zwischen 26 und 28 Grad liegen.
Wir haben bisher gute Erfahrungen damit gemacht die Temperatur auf 28°C einzustellen.
Wie bekannt ist steuern Reptilien die Geschlechterentwicklung nach Temperatur.
Wir versuchen gezielt einen Teil der Eier etwas wärmer und einen Teil etwas kühler zu fahren. So können wir das Geschlechterverhältnis direkt beeinflussen.
Ein nächtlicher Temperaturabfall auf etwa 22 schadet nicht und kommt der Vitalität der Jungtiere entgegen.

Die eigentliche Inkubationszeit beträgt im Mittelwert etwa 75 Tage
und ist stark von der Temperatur abhängig. Inkubationszeiten schwanken je nach Temperatur zwischen 60 und 110 Tagen. Frisch abgelegte und befruchtete Eier besitzen eine schneeweiße Farbe.

Im Laufe der Inkubation können Eier die Farbe aber auch ändern. Beigefarbene, eingefallene oder deutlich kleinere Eier können möglicherweise unbefruchtet sein. Diese Eier lassen wir jedoch mit im Inkubator es sei denn sie fangen an zu schimmeln. Nicht selten schlüpfen auch aus solchen Eiern noch Jungschlangen.

Ist das Vermiculite zu trocken entstehen deutliche Dellen an den Eiern.
Dies kann reguliert werden indem man das Substrat wieder etwas stärker befeuchtet.
Staunässe schadet den Eiern allerdings. Im Optimalfall sollten die Eier prall aussehen,
bei leichtem Druck etwas nachgeben. Normalerweise schlüpft das ganze Gelege nach Ablauf der Inkubation innerhalb von 1 – 3 Tagen aus. Im Durchschnitt beträgt das Schlupfergebnis etwa 90 % und fällt oft sehr unterschiedlich aus.

Die Aufzucht von jungen Lampropelten ist recht einfach. Wir belassen Jungtiere noch etwa 2 bis 3 Tage nach dem Schlupf im Inkubator. Dadurch haben die Jungtiere etwas Zeit sich an die gegebenen Verhältnisse zu gewöhnen. Jedes Jungtier wird einzeln in kleinen Boxen untergebracht. Diese passen wir der Größe der Jungtiere entsprechend an. Durch die Einzelhaltung hat man eine bessere Kontrolle über den Nachwuchs und braucht keine Angst vor Kannibalismus haben. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit wird im ersten Monat etwas höher eingestellt. Die Temperatur kann gerne zwischen 27 und 28°C liegen und die Luftfeuchtigkeit bei 70 % liegen. Die Aufzuchtboxen werden anfangs Minimalistisch eingerichtet. D.h. als Bodengrund nimmt man ein Zewa-Tuch. Zudem kommen ein kleines Versteck und eine Trinkschale in die Box. Sobald die Jungtiere sich das erste Mal gehäutet haben, erhalten sie das erste Futter. Hierzu nimmt man 2-3 Tage alte Babymäuse.

Die weiteren Fütterungen führen wir im Abstand von 5 Tagen durch.
Die Fütterungs- Häutungsdaten werden ordentlich Dokumentiert. Nach etwa sechs erfolgreichen Fütterungen können die Schlangen den Besitzer wechseln und einem neuen Halter mit dieser tollen Schlangenart eine Freude machen.
Die Tiere erhalten je nach Größe entsprechende Futtertiere.

Aufzuchtterrarium