Artgerechte Haltung

 

StripedBei der artgerechten Haltung sollte man sich vorab Gedanken darüber machen was verstehe ich unter Artgerecht? Artgerecht ist wie in vielen Fällen eine Sache der Definition.

So ist es einerseits vollkommen legitim wenn Züchter die sterile Art der Haltung bevorzugen bei der sie die Bedürfnisse der Tiere auf ein Minimum reduzieren. Der Vorteil dieser Haltung: Der Züchter hat eine sehr gute Hygiene in seinen Terrarien. Der Nachteil: Das Tier lebt relativ steril. Es hat lediglich Wasser, Futter, die passende Temperatur und eine Versteckmöglichkeit.

Mir kommt bei dieser Haltungsmethode spontan das Wort Quarantäne in den Sinn.
Ich bevorzuge schön eingerichtete Terrarien in der passenden Größe, dem Tier entsprechend.

So kann man laut Literatur eine einzelne Sinaloa Königsnatter schon in einem Terrarium mit dem Maß 80*40*50 cm halten. Diese Maße finde ich persönlich vertretbar aber dennoch zu wenig. Empfehlenswert ist ein Terrarium ab 100*50*50 cm. Darin kann man dann auch ohne Probleme zwei Tiere halten.

Terrarium 2

Auch bei Nacht ein wahrer Hingucker

Ob man sich für ein Terrarium aus Glas oder für eines aus Holz entscheidet liegt ganz alleine im Auge des Betrachters. Dennoch gibt es gravierende Unterschiede im Punkto Energieeinsparung.
Zu diesem Thema finden Sie einen separaten Artikel.

Terrarien sind in Zeiten des modernen Lebens schon lange keine einfachen Mobiliare mehr.

So fertigen wir unsere Terrarien vorwiegend selbst aus furniertem Holz an und machen sie so zu einem absoluten Blickfang in unseren Wohnzimmern und anderen Räumlichkeiten.
Unsere Terrarien haben im Durschnitt die Maße 120*60*60 und können somit Zuchtgruppen von vier bis maximal fünf Tieren beherbergen.

Terrarium 1

Die Tagestemperatur im Terrarium sollte zwischen 24 und 28°C betragen. Empfehlenswert sind dabei Teile des Terrariums welche tendenziell eher 28-30°C erreichen und Teile in denen das Thermometer nur auf 24°C klettert. Diese Temperaturunterschiede kommen der Vitalität der Tiere zugute und können Leicht durch die richten Heizlampen gesteuert werden. Bei Nacht kann die Temperatur gerne auf 16 bis 18°C sinken. Dies erreicht man problemlos da man in der Regel nachts keine Beleuchtung angeschaltet hat.

Die Beleuchtungsdauer sollte 12 Stunden betragen, diese steuert man am besten durch eine Zeitschaltuhr. Wenn es auf den Herbst/Winter und somit auf die Überwinterungszeit zugeht fährt man die Beleuchtung langsam innerhalb von zwei bis drei Wochen auf null herunter.

Eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 % ist erstrebenswert und kann leicht durch eine mit Wasser gefüllte Badeschale und regelmäßiges besprühen des Terrariums erreicht werden.


Einrichtung des Terrariums:

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Buchenspäne

Bei der Einrichtung kann sich der Halter nach Vorlieben austoben.
Als Bodengrund haben wir durchweg positive Erfahrung mit Buchenspänen gemacht. Diese gibt es in unterschiedlichen Körnungen in jeder Zoohandlung. Auch Pinienrinde oder Terrarienhumus sind in Ordnung.
Der Vorteil der Buchenspäne, sie sind sehr saugstark d.h. sollte mal etwas Wasser danebengehen nehmen die Buchenspäne dieses in sich auf.

An Dekorationsgegenständen hat man die freie Wahl. Pflanzen sowohl echte als auch aus Plastik, diverse Steine, Rindenstücke etc.

IMG_8698Wichtig hierbei. Gegenstände welche man aus der Natur entnimmt sollten vorher abgekocht werden bzw. mit kochendem Wasser überschüttet werden. Dies tötet Schädlinge wie Milben und andere Parasiten ab.

 

 

Es gibt drei Dinge die in keinem Terrarium fehlen sollten:

1. Eine große Trinkschale in welcher die Schlangen auch gerne einmal baden können.
Das mit dem Baden ist nicht von weit her geholt. Unsere Schlangen baden regelmäßig.

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2. Eine Schale gefüllt mit Sphagnum-Moos. Diese ist meiner Meinung nach sehr wichtig, da
die Schlangen kurz vor der Häutung eine erhöhte Luftfeuchtigkeit benötigen. Unsere
Schlangen liegen häufig kurz vor der Häutung in dem Moos, welches immer feucht sein
oder etwas im Wasser stehen sollte. Nicht selten trinken die Schlangen das Wasser aus
der Moos-Schale. Ich vermute das hat mit dem pH-Wert des Wassers zu tun. Aus
Sphagnum-Moos entsteht Torf und Torf hat bekanntlich einen niedrigen pH-Wert
(Säuregrad des Wassers).

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Sphagnum – Moos

 

 

 

 

 

 

3. Mehrere Versteckmöglichkeiten. Diese sind besonders wichtig wenn man mehrere
adulte Schlangen zusammenhält. Pro Schlange sollte man mindestens einen
Unterschlupf anbieten. Hierzu kann man entweder Rindenstücke, umgedrehte
Blumentöpfe oder sonstige Gegenstände zweckentfremden. Je mehr
Versteckmöglichkeiten umso besser.

An diesem Punkt möchte ich gerne auf ein umstrittenes Thema eingehen. Die Gruppenhaltung.

Lampropelten sind teilweise kannibalisch veranlagt. D.h. es kann vorkommen dass sich Artgenossen gegenseitig auffressen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert Jungtiere bis zu einer gewissen Größe einzeln in kleinen Boxen aufzuziehen. Es gibt Leute die halten seit Jahren ihren Nachwuchs ohne Verluste permanent zusammen. Eine Garantie gibt es hierbei nie. Unserer Erfahrung nach kann man die Schlangen ab etwa 80 cm aufwärts zusammen setzen. Wichtig ist dabei dass die Schlangen gleichgroß sind und immer getrennt gefüttert werden.

Striped Pied Jungtier beim Baden in Sphagnum-Moos

Striped Pied Jungtier beim Baden in Sphagnum-Moos

Hierzu nimmt man die Tiere aus dem Terrarium und setzt sie in spezielle Boxen die man zur Fütterung aber auch zur Überwinterung nutzen kann. Perfekte Maße der Boxen sind 45*25*25 cm

Hat die Schlange nun in der Box gefressen besprüht man den Kopf der Schlange mit lauwarmem Wasser. Dies entfernt den Mäusegeruch von der Schlange.

Hat man dies bei all seinen Tieren beherzigt kann man sie problemlos wieder zusammensetzen. Ich möchte hier noch einmal betonen es gibt nie eine Garantie dass alles gut geht. Durch die regelmäßige separate Fütterung kann man das Risiko jedenfalls stark minimieren.

Gefüttert werden Jungtiere alle 5 Tage und adulte Tiere alle 7-10 Tage.
Bei  unseren Schlangen gab es noch nie einen Fall von Kannibalismus.
Beherzigt man diese Punkte hat man lange Freude an seinen Schlangen.
Lampropelten können bis zu 20 Jahre alt werden.